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Skifahren an der tschechischen Grenze

Der Klínovec (deutsch: Keilberg) ist mit 1.200 Metern Höhe der höchste Berg des Erzgebirges. Zusammen mit dem nur einen Katzensprung entfernt gelegenen Fichtelberg in Oberwiesenthal bilden Sie das Zentrum des Wintersports im Erzgebirge. Während der Fichtelberg gerade in Ostdeutschland sehr bekannt ist und viele Urlauber und Tagesgäste anzieht, die nur ein oder zwei Tage Skifahren wollen, so ist der tschechische Teil doch eher unbekannt. Dabei sind es gerade mal 10 min Fahrtweg über die Grenze. Ein kostenloser Skibus verbindet zudem die beiden Gipfel miteinander (im Inetrskipass enthalten).


Aber von vorne. 7.00 Uhr steigen wir ins Auto. Die Skiausrüstung ist bereits im Auto, Skisachen angezogen und eine kleine Tasche mit einem Wechselschlüppi und ein paar Kleinigkeiten wird eingeladen. Unsere Anfahrt dauert ziemlich genau 2 Stunden. Wir wählen, wie immer, ein Stück Autobahn und ein großes Stück Landstraße. Sobald wir die A4 verlassen schlägt unser Herz schneller. In einer Stunde sind wir auf der Piste! Wir genießen den Ausblick in die schneebedeckte Landschaft, die aufgehende Sonne, die alles glitzern lässt, und die hübschen Fachwerkhäuser in den kleinen sächsischen Dörfern. Schöner kann ein Kurzurlaub doch nicht starten.


Viele der Häuser sind noch weihnachtlich geschmückt. In Annaberg-Buchholz laden zahlreiche Schwibbögen und Holzfiguren zum Augenkino ein. Rechts und links türmt sich meterhoch der Schnee. Die Vorfreude steigt! Wir knabbern Möhrchen und Äpfel und freuen uns wie Bolle, dass es gleich los geht. Die letzten Kilometer ziehen sich immer etwas, denn das Autoaufkommen steigt, je näher wir Oberwiesenthal kommen. Erfahrungsgemäß biegen die meisten Urlauber hier ab und wir sollten Recht behalten. Wir passieren die Grenze und freuen uns über noch mehr Schnee. Hier oben auf dem Plateau befindet sich Boží Dar, der erste kleine tschechische Ort. Wir haben hier bereits mehrere gutbürgerliche Restaurants getestet. Alles perfekt für eine deftige Mahlzeit nach der Piste.


Bei Boží Dar befindet sich ein Kreisverkehr. Nimmt man die letzte Abfahrt gelangt man direkt auf die Kuppel des Keilbergs. Wir haben auch bereits einmal oben geparkt. Die Wahrscheinlichkeit einen nah an der Piste gelegenen Parkplatz zu ergattern ist allerdings gering. Also entweder wird ein Stück gelaufen oder ihr folgt meiner Empfehlung. Wir fahren weiter geradeaus Richtung Jáchymov. Der kleine Ort liegt an einer langen Straße, die sich den Berg hinunter windet. Früher muss dies mal ein prächtiger Ort gewesen sein. Die alten Häuser und Villen lassen an goldene Zeiten erinnern. Leider sind viele von ihnen verfallen und runtergekommen. Trotzdem findet man immer mal wieder ein Schmuckstück, das liebevoll restauriert wurde. Die meisten von Ihnen werden als Pension oder Hotel genutzt.


Wir fahren weiter. Im Kreisverkehr nehmen wir die letzte Abfahrt. Links und rechts alte Fabriken, eingefallene Hotels und alles in allem etwas runtergekommen. Die Straße ist zu Ende. Weiter geht nur ein zugeschneiter Waldweg, der aber gut freigeschoben ist. Das Ende der Welt? Weit gefehlt. Am anderen Ende befindet sich eine der Talstationen des Keilbergs. Wir werden um 9:05 Uhr von drei freundlichen Mitarbeitern in einen eigens für uns ausgewählte freien Parkplatz gewunken. Einer der Männer sieht aus wie Rumpelstilzchen. Ich komme aus dem Lachen nicht hinaus. Wir stehen vielleicht 30 Meter von der Kasse entfernt. Bequemer geht es kaum. Wir springen in die Sachen und Schultern Ski und Board und sind wenige Minuten später an der Kasse. Keine Schlange. Ich schnalle die Skier an und rutsche zum Drehkreuz. Keine Schlange. Wir reihen uns in den modernen Vierer-Sessellift ein. Nach 9 Minuten sind wir auf dem Gipfel und haben die Wahl der Qual zwischen18 Pistenkilometer. Wir finden für ein langes Wochenende mehr als ausreichend.

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